Gesundheitsvorsorge Plus

Zu Beginn der neunziger Jahre haben die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten den Anspruch auf eine vorbeugende Gesundheitsuntersuchung (sog. Check-Up) eingeräumt. Die erklärte Absicht war, im Rahmen der Vorsorge nicht nur nach allerersten möglichen Hinweisen auf eine Krebserkrankung zu fahnden, sondern auch nach eventuellen, noch nicht spürbaren Zeichen anderer sich anbahnender Erkrankungen oder Gesundheitsstörungen zu suchen.

Leider wurden in der gesetztlichen Krankenversicherung bei den verschiedenen Gesundheitsreformen im Zuge ständig neuer Sparmaßnahmen Umfang und Inhalt dieser lebenswichtigen Leistung kommentarlos immer weiter zusammengestrichen. Das, was heute noch davon übrig geblieben ist, wird der Bezeichnung "Gesundheitsuntersuchung" nicht mehr wirklich gerecht. Anders ist es beiden privaten Krankenkassen.

Was wird heute noch von den gesetzlichen Kassen bezahlt?

  • Allgemeine Standard-Befragung und -Untersuchung
  • Blutuntersuchung auf Zucker und Gesamtcholesterin
  • Urinuntersuchung mit Teststreifen
  • Befundbesprechung

Diese Miniaturdiagnostik wird Versicherten ab dem 35. Lebensjahr angeboten, aber nur alle zwei Jahre.

Innerhalb der Ärzteschaft bestehen zwar oft verschiedene Meinungen. Es herrscht aber Einvernehmen darüber, dass ein solcher Leistungsumfang zu gering ist, um das persönliche Risiko wirklich ausreichend bewerten zu können. Von Medizinern verschiedener Fachrichtungen wird konsequent dazu geraten, je nach der persönlichen Situation, jährlich bestimmte ergänzende Diagnostikleistungen durchführen zu lassen. Nur so kann die Frage nach dem persönlichen Risikoprofil auch ärztlich verantwortungsvoll beantwortet werden. Natürlich muss nicht immer alles untersucht werden! Ihre Ärztin kennt Sie am besten. Sie wird Sie gerne darüber informieren, welche ergänzenden Untersuchungen wann angezeigt sind und warum. Genauso werden Sie auch erfahren, welche möglichen Untersuchungen nicht unbedingt notwendig sind.

Wobei ist ergänzende Diagnostik zur Gesundheitsuntersuchung sinnvoll und vorteilhaft?

  • Alter über 50 Jahre
  • Angst vor unerkannten Leiden
  • Befindlichkeitsänderungen ohne plausiblen Grund
  • Chronische Stressbelastung
  • Erkrankungen in der Familie
  • Erstmalige Gesundheitsuntersuchung
  • Lang andauernder Medikamentengebrauch
  • Regelmäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum
  • Starke psychische Belastung
  • Übergewicht